10 Jahre Krieg in Syrien

Die Vertreibung der syrischen Bevölkerung ist die schlimmste seit dem Zweiten Weltkrieg: 6,7 Millionen Menschen sind innerhalb Syriens vor Gewalt und Angriffen auf der Flucht. 80 Prozent aller Flüchtlinge sind Frauen und Kinder – sie leiden besonders unter den Auswirkungen des blutigen Konfliktes. Im Nordwesten Syriens haben starke Regenfälle zu schweren Überschwemmungen geführt, die die Zelte von Tausenden Geflüchteten überflutet und unbewohnbar gemacht haben. Vor allem Kinder, Frauen, Ältere und Menschen mit Behinderungen sind den eisigen Temperaturen, dem Regen und dem Schnee in den improvisierten Zelten und Siedlungen schutzlos ausgeliefert.

CARE Türkei Landesdirektorin Sherine Ibrahim zur Not in Syrien:

"Kein Elternteil sollte Angst davor haben, dass sein Kind erfriert, aber das ist die bedauerliche Folge, wenn Familien ein sicheres Dach über dem Kopf verlieren, wenn sie nichts zu essen haben und keine Möglichkeit, sich warm zu halten. Wir brauchen dringend zusätzliche Mittel, um mehr Vertriebene zu erreichen und mehr schützende, menschenwürdige Unterkünfte zu errichten."

CARE ist in Syrien vor Ort und unterstützt Menschen in Lagern, Sammelunterkünften und ländlichen Gebieten durch die Verteilung von Bargeld und Geldgutscheinen, Winterkleidung zum Schutz vor Regen und Kälte sowie Haushaltsartikeln und Hygienesets. In ganz Syrien unterstützt CARE Vertriebene dabei, ihre Zelte zu isolieren und ihre Notunterkünfte zu verstärken, um sie vor der Kälte zu schützen. Insgesamt erreicht CARE in diesem Winter 70.295 Menschen in Syrien.

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Die CARE-Hilfe in Syrien auf einen Blick

Zivilisten fliegen auf einem vollbepackten Wagen vor der Gewalt in Idlib

Überlebenshilfe für Vertriebene

In Syrien konnte CARE seit Beginn des Konfliktes mehr als sechs Millionen Menschen helfen – mit Nahrungsmitteln, sauberem Trinkwasser, mit Hygiene-CARE-Paketen, mit Winter-CARE-Paketen sowie medizinischer Unterstützung. CARE sichert das Überleben von syrischen Familien auf der Flucht in Syrien selbst, in Jordanien, im Libanon, in Ägypten, der Türkei, im Irak, auf den Fluchtrouten durch den Balkan und auch in Deutschland mit dem Integrationsprojekt KIWI.

Nach den Luftangriffen auf Idlib und West-Aleppo Ende 2019 erreichte CARE in Nordwestsyrien über 225.000 Vertriebene mit Notunterkünften und Überlebenspaketen für Familien. Diese enthalten die wichtigsten Hilfsgüter, wie z.B. Decken, Matten und Kochutensilien. Wir organisieren außerdem die Verteilung von Hygienepaketen mit Seife und Entkeimungsmitteln sowie die Bereitstellung von Trinkwasser.

Die Freiwillige Nour schult Kinder in Coronamaßnahmen

Coronahilfe und medizinische Versorgung

Mit Beginn der Coronapandemie hat CARE seine Nothilfe in den Bereichen Wasser und Hygiene soweit wie möglich ausgeweitet. CARE hat für Mitarbeiter:innen, Partnerorganisationen sowie für den Einsatz in der Bevölkerung Schulungs-, Aufklärungs- und Kampagnenmaterialien zu Corona und den wichtigsten Schutz- und Verhaltensregeln entwickelt und setzt diese aktuell in allen laufenden Projekten ein.

CARE startet ein großes medizinisches Hilfsprogramm gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation Violet Syria. Schwerpunkte der gemeinsamen medizinischen Hilfe in Nordwestsyrien sind aktuell die Aufrechterhaltung und der Betrieb einer großen Mutter-Kind-Klinik und eines Ambulanz-Transportsystems, die Aus- und Weiterbildung lokaler Hebammen und Sanitäter:innen sowie der Aufbau zweier zusätzlicher Gesundheitsstationen.

Samah hilft Babys, in Syrien zu überleben

Kholud – Ein Mädchen so alt wie der Krieg

Die Familie der kleinen Kholud floh vor den Kämpfen in ihrem Geburtsort Homs nach Idlib. Doch auch dort holten sie die Bomben ein. Das Tragischste ist: Kholud kennt mit ihren 10 Jahren nichts anderes als Krieg. Im April 2011 wurde sie geboren, einen Monat, nachdem die Unruhen in Syrien begannen. „Wenn ich erwachsen bin, will ich Ärztin werden, und all den armen Menschen in Syrien helfen“, erklärt Kholud und fügt an: „Ich wünsche mir Frieden. Ich glaube Frieden ist, wenn man wieder nach Hause gehen kann. Wenn man keine Kampflugzeuge am Himmel hört und immer glücklich ist.“

Kholud guckt ernst in die Kamera